Die folgenden Ausführungen entstanden in Anlehnung an Hinweise zum Gebet von Ofer Amitai, Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem.
Das Wiedererwecken unserer Identität und unseres Rufes, ein Königreich von Priestern zu sein
Die jüngsten katastrophalen Erdbeben in der Türkei und in Syrien haben uns erneut das Elend des gegenwärtigen Zustands der Welt und unsere Berufung zur Fürbitte auch in dieser Situation vor Augen geführt.
2 Mose 19,6:
„Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“
Jes 61,6:
„Ihr aber sollt Priester des HERRN heißen, und man wird euch Diener unseres Gottes nennen.“
1 Petr 2,5:
„Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“
Seine Predigt über das Geheimnis der Gesetzlosigkeit (2 Thess 2,7) schloss John Wesley mit den Worten ab:
"Und haben wir nicht noch mehr Grund zur Dankbarkeit, ja, zu starkem Trost in der gesegneten Hoffnung, die Gott uns gegeben hat, dass die Zeit nahe ist, in der die Gerechtigkeit so allgemein sein wird, wie die Ungerechtigkeit jetzt ist?
Wenn auch „die ganze Schöpfung jetzt unter der Sünde des Menschen seufzt", so ist das unser Trost, dass sie nicht immer seufzen wird: Gott wird sich erheben und seine Sache durchsetzen, und die ganze Schöpfung wird dann sowohl von der moralischen als auch von der natürlichen Verderbnis befreit sein. Die Sünde und ihre Folge, der Schmerz, werden nicht mehr sein: Heiligkeit und Glückseligkeit werden die Erde bedecken. Dann werden alle Enden der Welt das Heil unseres Gottes sehen, und das ganze Menschengeschlecht wird Gott erkennen und lieben und ihm dienen und mit ihm herrschen in alle Ewigkeit!" (Hervorhebung EdP)
Ps 24,1:
„Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdboden und die darauf wohnen“
Wenn die Erde dem HERRN gehört und all ihre Fülle, der Erdkreis und die darauf wohnen, sollten wir Ihn dann nicht darum bitten, dass es so wird? Sollten wir nicht vor Ihm stehen und Seinen Namen anrufen, um Seinen Wunsch und Willen für die Erde zu erfüllen?
Zitat von George Campbell Morgan:
"Gebet ist ein Leben, das sich leidenschaftlich nach Gottes Triumph sehnt und ihn herbeisehnt. Gebet ist ein Leben, das überall und immer nach diesem endgültigen Sieg strebt und sich abmüht"
Lasst uns einen Moment Zeit nehmen, um uns selbst wieder neu dieser hohen, heiligen und lebenswichtigen Berufung zu weihen.
Wir können beten
Hinweis: Seit dem Schreiben dieses Abschnittes sind einige Tage vergangen, und die israelischen Hilfsteams sind aus Sicherheitsgründen inzwischen wieder nach Israel zurückgekehrt. Die Aussagen sind aber trotzdem relevant, deshalb passt die Gebetsanliegen doch der neuen Situation an. Wir konnten inzwischen Bilder sehen, wo türkische Menschen die israelischen Helfer umarmt haben. Gott möchte solche Ereignisse benutzen, um an den Herzen vieler zu arbeiten. Bitte betet auch für diesen Aspekt.
Die Türkei und Syrien wurden von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Inzwischen ist (Stand 12.2.23) von über 30 000 Toten, davon über 3500 in Syrien, die Rede. Ganze Familien kamen bei dem Beben, das am frühen Morgen des 6.2.23 begann, ums Leben.
Mit Freude haben wir erfahren, dass Israel sowohl der Türkei als auch Syrien sofort Seine Hilfe angeboten hat.
„Israelische Such- und Rettungsteams in der Türkei eingetroffen
Ein erstes israelisches Such- und Rettungsteam traf am Montagabend, o6 Februar, in der Türkei ein. Eine zweite größere humanitäre Hilfsdelegation reiste am Dienstagmorgen ab und traf in der Südtürkei ein.
Wenige Stunden vor dem Abflug äußerte sich der Leiter der Hilfsdelegation der israelischen Streitkräfte, Oberst a.D. Golan Vach, gegenüber Journalisten über den Einsatz.
'Rund 150 Rettungsexperten sind bereit, in den nächsten Stunden in die Türkei aufzubrechen. Ein Drittel von ihnen ist für das Hauptquartier zuständig, zwei Drittel verfügen über Rettungs-, medizinische und technische Fähigkeiten. Wir werden unser Bestes tun, um Leben zu retten und dem türkischen Volk zu helfen'.
Auch eine medizinische Notfalldelegation der israelischen Rettungsorganisation United Hatzalah wurde in das Erdbebengebiet in der Türkei entsandt. Aus den 400 United Hatzalah-Mitgliedern, die sich sofort freiwillig gemeldet hatten, wurde ein Team von 25 Personen ausgewählt. Das Team besteht aus Sanitätern, Ärzten, Such- und Rettungspersonal und Psychotrauma-Spezialisten.
Ein Beben der Stärke 7,8 auf der Richterskala hat am Montagmorgen den Süden der Türkei und Syrien erschüttert. Mehr als 140 Nachbeben wurden bislang registriert. Die Zahl der Todesopfer … steigt leider weiter an.
Viele der betroffenen Dörfer liegen in abgelegenen Gebieten der Türkei und Syriens, in denen es kaum Kommunikationsmöglichkeiten gibt…
In der Nacht koordinierten Mitarbeiter des israelischen Außenministeriums in Abstimmung mit den türkischen Behörden den Einsatz des israelischen Such- und Rettungsteams. Das Team soll in Adana und in der südwestlichen Stadt Gaziantep, nahe der syrischen Grenze, arbeiten…
Unterdessen hat Verteidigungsminister Yoav Gallant das israelische Militär ermächtigt, in Abstimmung mit den türkischen Behörden ein Feldlazarett für Notfälle einzurichten. Das Feldlazarett war zuletzt in der Westukraine im Einsatz, wo es innerhalb von sechs Wochen 6.000 Patienten behandelte.
Premierminister Benjamin Netanjahu bestätigte am Montag, dass Israel auch Syrien Hilfe leisten werde, nachdem es über einen Drittstaat ein entsprechendes Ersuchen erhalten hatte.
Netanjahu gab nicht an, von wem die Bitte ausging, aber aus hebräischen Medienberichten ging hervor, dass es Russland war. Den Berichten zufolge wird Israel Medikamente, Decken und Zelte bereitstellen.“
Israel ist bekannt dafür, auf diese Weise zu reagieren, sogar gegenüber seinen Feinden. Während des Bürgerkriegs in Syrien eröffnete Israel ein Feldlazarett auf dem Golan, in dem viele Syrer behandelt wurden, die an der Grenze medizinische Hilfe suchten, und viele Leben wurden gerettet.
Ein weiteres Beispiel: Während seiner Haftzeit wurde das Leben von Yahya Sinwar durch eine Operation gerettet, bei der israelische Ärzte einen Gehirntumor entfernten. Sinwar verbüßte vier lebenslange Haftstrafen für die Ermordung israelischer Soldaten, wurde aber freigelassen, als Israel tausend Terroristen gegen Gilad Shalit austauschte. Yahya Sinwar ist der derzeitige Führer der Hamas in Gaza.
Mit diesem Verhalten der Annäherung an die Türkei und Syrien erfüllt Israel zum Teil seine Berufung, ein Licht für die Völker zu sein, indem es die Gnade Gottes widerspiegelt, indem es den leidenden Völkern seine Barmherzigkeit entgegenbringt. Nicht viele Nationen wären so eifrig wie Israel, denen die Hand zu reichen, die es hassen und die ihm Leid zugefügt haben.
Wir können beten
Hes 37,25:
„Sie werden wieder in dem Lande wohnen, welches ich meinem Knechte Jakob gegeben habe, darin auch ihre Väter gewohnt haben. Ja, darin sollen sie, ihre Kinder und Kindeskinder, allezeit wohnen; und mein Knecht David soll ihr Fürst sein ewiglich.“
Es ist nicht normal für Israel, von seinem Herrn und König entfremdet zu sein. Israel hat sich in Jahrtausenden daran gewöhnt, von seinem König entfremdet zu sein. Mindestens die Hälfte des jüdischen Volkes lebt im Exil, aber dieser Zustand ist unnormal! Es soll nicht so sein und wird nicht für immer so sein!
Die Zeit der Versöhnung ist gekommen! Israel wird seinen König erkennen.
Hes 39,29:
„Und ich will fortan mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen, weil ich meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen habe, spricht Gott, der HERR.“
Wie sich Josef und seine Brüder um den Hals fielen und weinten, so wird Israel weinen, wenn Yeshua sich ihnen als Bruder, König und Retter offenbart.
Der Strom der Tränen wird 2000 Jahre der Entfremdung, des Unglaubens und der Ablehnung wegspülen. „Zu jener Zeit wird der HERR der Heerscharen eine zierliche Krone und ein herrlicher Kranz sein dem Überrest seines Volkes“ (Jes 28,5)
Wir können beten
Wir wissen, dass Jesus während Seiner Zeit auf der Erde viel gebetet hat. Wir wissen auch, dass die Jünger immer wieder gehört haben, was Jesus gebetet hat, aber kaum eines Seiner Gebete wurde uns überliefert. Aber das Gebet, dass Jesus in der Nacht nach dem Passahmahl gebetet hat und in dem ER Sein Herz vor dem Vater ausschüttete, hat der Heilige Geist uns durch Johannes in Kapitel 17 aufschreiben lassen. Ich zitiere daraus nur einige Verse:
Johannes 17,6b:
„Ich habe deinen Namen den Menschen geoffenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt“
Johannes 17,8a:
„denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und glauben, daß du mich gesandt hast.“
Johannes 17,14:
„Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt haßt sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.“
Johannes 17,17b:
„Dein Wort ist Wahrheit.“
Ist euch einmal beim Lesen von Johannes 17 aufgefallen, welche Betonung Jesus auf die Bedeutung des Wortes legt? – Für unsere Gebete heute möchte ich diesen Punkt herausgreifen.
Man lernt eine Person normalerweise dadurch kennen, dass man mit ihr redet oder durch jemand anderen von ihr hört - also durch Worte. Jesus sagt: "ICH habe den Menschen die Worte gegeben, die Du mir gegeben hast, und jetzt kennen sie Dich – und sie haben durch das Wort Wahrheit kennen gelernt. Sie sind jetzt in der Lage, Lüge und Wahrheit zu unterscheiden, denn sie haben Dein Wort angenommen und bewahrt."
Da dieses Gebet von Jesus uns überliefert ist, sehen wir, welche entscheidende Bedeutung ER dem Wort für das Leben der Jünger, d.h. auch Seiner Gemeinde, zumisst. Jeder einzelne Jünger und die Gemeinde insgesamt sind aufgerufen, in diesem Kampf um die Wahrheit klar Position zu beziehen.
Das ist auch der Kern, um den es in der Revisionsverhandlung mit Olaf Latzel am 23. Februar vor dem Oberlandesgericht Bremen geht, nämlich um die Wahrheit des biblischen Wortes (siehe Wachen und Beten)
Wir können beten
Am Sonntag hat Berlin ein neues Abgeordnetenhaus und neue Bezirksparlamente gewählt. Der für viele überraschende klare Wahlsieg der CDU lässt deren Wähler hoffen, dass nun eine Änderung stattfindet – aber das wird, selbst wenn es der CDU gelingen sollte eine Regierungskoalition zu bilden, höchstwahrscheinlich NICHT geschehen.
„Die neue Idee von Demokratie in Berlin
…Die Wahl vom September 2021 wurde bekanntlich vom zuständigen Gericht für ungültig erklärt. Sie war so desorganisiert, dass man aus ihren irgendwie zustande gekommenen 'Ergebnissen' keine sicheren Rückschlüsse auf den tatsächlichen Wählerwillen ziehen konnte. Shit happens.
Dieser Shit ist allerdings ein ganz besonderer. Er geht nicht weg… Was die Berliner Bezirke betrifft, die wegen ihrer Bevölkerungszahl mit Großstädten vergleichbar sind, hätte man sich die Prozedur vom Sonntag nämlich sparen können. Die Richter haben sich da ganz umsonst die Mühe gemacht, genau hinzuschauen und festzustellen, dass diese Wahl keine Wahl war, die das Wort 'Wahl' verdient.
Die Berliner Bezirksbürgermeister werden vom Parlament gewählt und anschließend zu Beamten auf Zeit ernannt, dies hat vor allem segensreiche Auswirkungen auf ihre Altersversorgung. Abwählbar sind sie nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit, also kaum. Bei Rücktritten verlieren sie ihre Pension, deshalb geht ein Berliner Bürgermeister lieber barfuß durch die Hölle, als dass er oder sie zurücktritt.
Bei einer Umfrage des „Tagesspiegels“ unter den zwölf Bürgermeistern haben vier erst gar nicht geantwortet, die restlichen signalisierten, mehr oder weniger deutlich, dass sie im Amt bleiben, völlig egal, wie die Wahl ausgeht. Das hat mich doch ein wenig erschreckt, weil man derartige Festlegungen bisher eher von Politikern erwartet hat, die 'Putin' oder 'Erdogan' heißen…
Zitat: 'Auch im Falle einer Änderung der Mehrheitsverhältnisse' sollten nicht nur die Bürgermeister, sondern auch ihre Stadträte, eine Art Bezirksminister, auf ihren Stühlen so fest sitzen wie zuvor. Der Innensenator ist nämlich von der SPD. Sämtliche Bürgermeister in Berlin gehörten nach der Pseudowahl zu SPD, Grünen und Linken. Falls die Prognosen stimmen, hätte die diesmal vielleicht faire Wahl in dem einen oder anderen Bezirk auch mal der CDU erlaubt, eine Mehrheit zu organisieren. Da hat die CDU die Bedeutung von fairen Wahlen in modernen Demokratien leider überschätzt.
Die Eltern der Berliner Verfassung hatten bei der Formulierung 'Änderung der Mehrheitsverhältnisse' vermutlich an Fraktionswechsel gedacht. Dass eine Wahl komplett nichtig gewesen sein könnte, auf Deutsch: illegal, hat gewiss die Grenzen ihrer Fantasie gesprengt. Dies ist ja auch 2021 bei den meisten Berlinern der Fall gewesen. Auch, dass die Parole 'legal, illegal, scheißegal' mal zur einer Art Regierungspolitik wird, hätte sich nicht mal der selige Rudi Dutschke vorstellen können. Die auf Basis einer ungültigen, völlig vermurksten Wahl zustande gekommenen Parlamente waren ja gar nicht dazu legitimiert, irgendwen in irgendein Amt zu wählen, egal, mit welchen schönen Privilegien das Amt geschmückt ist.
Erst Pseudowahl, jetzt Scheinwahl in den Bezirken
Alle Staatsgewalt geht vom Beamtenrecht aus, das scheint die neue Idee von Demokratie zu sein. Aber natürlich geht es in Wirklichkeit um viel mehr, um Wichtigeres und Nachhaltigeres als nur um Macht. Dankenswert offen äußerte sich dazu in der 'B.Z.' die Chefin der Berliner Linken, Katina Schubert: 'Es geht um viel Geld.'
Auf die Pseudowahl folgt, was die Berliner Bezirke betrifft, eine Scheinwahl. Denn der Sinn von Wahlen ist es ja, aus Sicht des Volkes, Stellvertreter zu bestimmen, die ihrerseits die Regierenden erst installieren und später kontrollieren. Also genau das, was bei mir in Charlottenburg am Sonntag nicht passieren wird.
Wahlen sind die Legitimation unseres politischen Systems. Wenn Wahlen nichts Wesentliches mehr ändern können, sind sie nur noch eine überflüssige Show…“
Wir können beten
Lügen und die Verdrehung von Worten gehören zu den Hauptwaffen Satans. Damit versucht er, Menschen zu zerstören.
„Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun; der war ein Menschenmörder von Anfang an und ist nicht bestanden in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.“ (Joh 8,44)
Jesus spricht den Menschen wahre Freiheit zu, die nach Seiner Wahrheit suchen, für sie kämpfen und in ihr leben.
„Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh 8,31b-32)
Wie sieht dieser Kampf in unserem Bildungssystem, in unseren Schulen aus?
„Gendern in der Schule: 'Im Gelächter der Klassenkameraden untergegangen'
Ein Berliner Vater beklagt die übergriffige Identitätspolitik durch Lehrer seiner Kinder. Jetzt hat er die erste Klage hierzulande gegen Gendersprache an Schulen eingereicht.
Die folgenden identitätspolitischen Glaubenssätze stammen aus den Unterrichtsmaterialien eines durchaus angesehenen Berliner Gymnasiums:
‚Gibt es Rassismus gegen weiße Menschen? Gleich zu Beginn: Nein, gibt es nicht!‘
‚Dekonstruktion von Normen hilft Diskriminierung in vielen Bereichen abzubauen (Euer Werkzeug gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Queerfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Ableismus etc.)‘
‚Cirka jede*r fünfte Berliner*in ist queer (Passen nicht in das heteronormative System)‘
‚Normen sind Ergebnis von Machtstrukturen (Patriarchat)‘
Der Name des Berliner Gymnasiums, das mit diesen Unterrichtsmaterialien arbeitet, ist WELT bekannt, ebenso der Name des Vaters eines der Kinder, der nun gerichtlich gegen diese Lehrinhalte vorgehen will. Da er aus Sorge vor Nachteilen für seine Familie um Anonymität gebeten hat, soll er im Folgenden Sebastian Müller heißen.
Er habe sich alle Mühe gegeben, den Konflikt im persönlichen Gespräch zu lösen, sagt Müller. Mehrere Schreiben an Lehrer und die Schulleiterin liegen WELT vor. ‚Ich möchte mich noch einmal für das aus meiner Sicht trotz der Kontroversität offene und angenehme Gespräch zum Thema Gendern in Ihrem Unterricht ... und zu ihrem Projekt zur Dekonstruktion der Heteronormativität bedanken‘, heißt es etwa in einer Mail an den Sport- und Politiklehrer seines Kindes, der zugleich als SPD-Politiker aktiv ist. Viel genützt hat das Gespräch zwar nicht, wenn man einmal davon absieht, dass der Lehrer inzwischen auch das generische Femininum in seine Materialien einstreut (‚Tausche dich mit deiner Partnerin aus!‘).
Doch verglichen mit Müllers Erfolg bei der Deutschlehrerin ist das fast schon eine positive Bilanz. Er ‚bedaure sehr, dass Sie zu einem Gespräch zum Thema Gendern nicht bereit sind, heißt es in einer Mail an sie, daher müsse er nun ‚aufschreiben, was ich lieber persönlich besprochen hätte‘. So hätte er etwa 'gern gefragt, ob Sie es nicht auch so empfinden, dass Sie mit Ihrer Sprache (aus Ihrer Sicht wohl erfolgreich) einen enormen Anpassungsdruck auf die Schüler entfaltet haben, seitdem Sie die Klasse … übernommen haben: Vorher hat kein Kind gegendert, jetzt fast alle.‘
Hier gilt die deutsche Rechtschreibung nicht
Er spricht auch einen Vorfall an, bei dem sein Kind einen kritischen Artikel zu Gendersprache mit Klassenkameraden geteilt und daraufhin seitens der Lehrerin eine Woche Zeit für ein entsprechendes Referat erhalten habe: ‚Sie haben die Diskussion dann kurzfristig vorgezogen, mein Kind hatte keine Zeit sich vorzubereiten, und die Diskussion ist dann sehr einseitig ausgegangen, mein Kind ist sozusagen als Einzelkämpfer mit Pauken und Trompeten im Gelächter der gendernden Klassenkameraden untergegangen. Wo war hier Ihre Sensibilität und wertschätzende Pädagogik?‘
Eine Reaktion auf seine Mail erhielt er nicht; auch mehrere Ersuchen um ein Gespräch mit der Schulleiterin blieben ohne Antwort, ebenso wie eine Anfrage von WELT…
Da er beim Schulpersonal auf taube Ohren stieß, forderte Müller im Juli 2022 die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zum Einschreiten auf. Zwei Monate später folgte von dort die Absage: 'Ihre Forderungen beruhen auf der Annahme, das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung sei im Berliner Schulwesen normativ verbindlich. Diese Annahme ist pauschal allerdings nicht zutreffend...‘ Im Klartext: An Berliner Schulen gilt die deutsche Rechtschreibung nicht…
Mit seiner vom Verein Deutsche Sprache unterstützten Klage wendet Müller sich gegen diese ziemlich freihändige Interpretation des Berliner Schulrechts. Schließlich sei 2006 die große Rechtschreibreform verbindlich umgesetzt worden, wie der Senat in seiner Antwort auf die Anfrage der CDU selbst eingesteht…
Juristisch betritt er damit Neuland. Eine Klage gegen die Vermittlung von Gendersprache im Schulunterricht hat es bislang noch nicht gegeben, auch wenn es an Anlässen kaum mangeln dürfte. ‚In den letzten zwei bis drei Jahren hat das dramatisch zugenommen, auch an den Schulen meiner anderen Kinder…‘
Dabei gehe es nicht nur um Gendersprache, sondern auch um einseitige und unkritische Vermittlung eines bestimmten Politik- und Menschenbildes. Die Ethiklehrerin seines Kindes etwa habe die Schüler gleich zu Beginn der ersten Stunde einen Sitzkreis bilden und ihre Pronomen nennen lassen… Wenn man pubertierenden Zehntklässlern vermittelt, ihr Geschlecht sei so beliebig und frei wählbar, dass sie es bei jeder Vorstellungsrunde dazusagen müssen, dann sät man bei vielen erst die Zweifel, auf die man Rücksicht zu nehmen vorgibt.
Dass ein gewisses Fremdeln mit dem eigenen Geschlecht in der Pubertät oft normal und flüchtig ist, und dass voreilige Geschlechtsanpassungen schon zahlreiche Leben ruiniert haben, finde hingegen keinerlei Erwähnung…
2018 hatte die AfD versucht, das Problemfeld mithilfe von Meldeportalen zu erhellen und Dienstaufsichtsverfahren gegen ideologiegetriebene Lehrer einzuleiten. Die Plattformen unter dem Motto 'Neutrale Schule' mussten jedoch wieder offline gehen, nachdem das Verwaltungsgericht Schwerin den Datenschutz der Lehrer verletzt sah…
Im Gegenteil liegt nicht mal auf der Hand, dass Müllers eigener Gang vor das Verwaltungsgericht Erfolg haben wird. Dass die Richter seinem Antrag stattgeben werden, ist zwar überaus wahrscheinlich, zumindest so weit er Gebrauch und Vermittlung von Gendersprache betrifft. Doch zur Durchsetzung eines solchen Urteils wäre der Berliner Senat berufen – und dessen Vollstreckungseifer dürfte sich in Grenzen halten, falls es nach der Wiederholungswahl erneut zu einer Regierungsmehrheit von SPD, Grünen und Linkspartei kommt.
‚Die praktischen Hürden und persönlichen Risiken sehe ich nur allzu deutlich‘, sagt Müller, vor allem mögliche Konsequenzen für seine Kinder machten ihm Sorgen. ‚Aber wenn keiner sich wehrt, ist unsere Freiheit und Demokratie schneller weg, als man gucken kann. Hier hat jeder eine Verantwortung, seine Stimme zu erheben, davon lebt unsere Demokratie.‘
Oder, um es mit einem Spruch zu sagen, der auf dem Twitter-Profil der eingangs erwähnten ‚Lehrerin (she/her)‘ im Deutschunterricht zu lesen ist: ‚Sprache ist ein Machtinstrument.‘“
Wir können beten
Möge der Herr uns helfen, als Beter mit Ausdauer fest zu stehen.
Heinz-Jürgen Heuhsen