Die folgenden Ausführungen entstanden in Anlehnung an Hinweise zum Gebet von Ofer Amitai, Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem.
Hos 11,8-9:
„Wie könnte ich dich hergeben, Ephraim, wie könnte ich dich preisgeben, Israel? Wie könnte ich dich behandeln gleich Adma, dich machen wie Zeboim? Mein Herz sträubt sich dagegen, mein ganzes Mitleid ist erregt! Ich will nicht tun nach meines Zornes Glut, will Ephraim nicht wiederum verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, als der Heilige bin ich in deiner Mitte und komme nicht in grimmigem Zorn.“
Adma und Zeboim waren zwei Städte, die der HERR zusammen mit Sodom und Gomorra vernichtete (5 Mose 29:23).
Hos 11:8 deutet an, dass Israel ebenso ein solches Urteil verdient hatte, doch Gott in Seiner Liebe richtete und züchtigte es erlösend.
„Mein Herz sträubt sich dagegen, mein ganzes Mitleid ist erregt!“ Der hebräische Text könnte auch so gelesen werden: „Mein Herz ist in mir aufgewühlt, Mein Erbarmen brennt wie ein Ofen“ (eigene Übersetzung).
Hört auf das Herz Gottes; wie können wir jemals solche Liebe, solche Treue, solche Gnade begreifen?
Hos 11,1-5:
„Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn berufen. Aber man rief sie; sofort gingen sie von mir weg. Den Baalen opferten sie, und den Bildern räucherten sie. Und doch habe ich Ephraim gegängelt! Ich nahm sie auf meine Arme; sie aber haben nicht gemerkt, dass ich sie heilte. Mit menschlichen Banden zog ich sie, mit Seilen der Liebe, ich hob ihnen gleichsam das Joch auf vom Kinn und ließ sie gemütlich fressen. Er soll nicht nach Ägypten zurückkehren, sondern der Assyrer soll ihr König werden, weil sie nicht umkehren wollen!“
„In einer noch zärtlicheren Sprache als die Geschichte vom verlorenen Sohn (Lk 15,11–32) verkündet hier Gott, der liebende Vater, sein Erbarmen mit Israel. Trotz der Rebellion kann Gottes Erwählung nicht besiegt werden. Jenseits des Gerichts gibt es Hoffnung.“ (R Sproul, ed., The Reformation Study Bible, Ligonier Ministries, 2005,p 1251)
Wie kann das Herz des Vaters jemals zufrieden sein, da er doch heilig und gerecht ist?
Hos 11,9:
„Ich will nicht tun nach meines Zornes Glut, will Ephraim nicht wiederum verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, als der Heilige bin ich in deiner Mitte und komme nicht in grimmigem Zorn.“
Ich glaube, die Antwort liegt in Vers 1 verborgen (nicht, dass Hosea sie dort so verstanden hätte, sondern so, wie sie im Neuen Testament verstanden wird).
Hos 11,1:
„Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn berufen.“
Dieser Vers wird in Matthäus 2:15 zitiert. Er spricht natürlich von Jesu Rückkehr aus Ägypten, wo er und seine Eltern bis zum Tod des Herodes lebten.
Mt 2,15:
„Und er blieb dort bis zum Tode des Herodes, damit erfüllt würde, was vom Herrn durch den Propheten gesagt ist, der spricht: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen".
Vielleicht können wir es so ausdrücken: Als Gott auf seinen Sohn (Israel) blickte, sah er seinen Sohn, Yeshua, der aus dem Geschlecht Israels hervorgehen würde. Er würde zugleich Gott, der Sohn, und ein wahrer Sohn Israels sein. Dieser Sohn würde durch seinen Gehorsam das Herz seines Vaters erfreuen (Hebr 5,8). Und in seinem Tod am Kreuz würde Er der Urheber der Verwandlung Israels sein: von einer Hure zu einer geliebten Ehefrau, von einem rebellischen Sohn zu einem verwandelten Volk.
Das Kreuz ist die Kraft Gottes, nicht nur um Herzen ein wenig zu verändern, sondern um ein völlig neues Herz zu schenken. Das Kreuz ist nicht nur ein Mittel zur Besserung, sondern ein Ort der Verwandlung zu einem ganz neuen Menschen.
Vertraue Gott, glaube an IHN, wende dich IHM immer wieder mit offenem Herzen zu, gehorche IHM, indem du Sein Wort lebst, und harre auf den HERRN und Sein Wort. Er wird alles erfüllen, was ER gesagt hat!
Seid gesegnet in Yeshua,
Ofer
Wir können beten
Das Volk Israel wird nicht nur von außen bedrängt, es gibt auch massive Schwierigkeiten im Inneren. Wir wollen zwei nennen: Zusammenleben mit den Orthodoxen und die anstehenden Wahlen. Die Spannungen mit den Orthodoxen in Bezug auf den Dienst in der IDF sind nicht gelöst, während die Streitkräfte stark unterbesetzt sind.
Am 27. Oktober 2026 sollen die Wahlen zur 26. Knesset (120 Sitze) stattfinden. In die politische Parteienlandschaft in Israel ist in der vergangenen Woche Bewegung gekommen.
„Israel verschiebt Haushaltsabstimmung 2026 wegen Streit um Wehrpflicht für Haredim
Die Regierung verschob die Abstimmung über den Staatshaushalt aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit den Haredi-Parteien Schas und Vereinigtes Tora-Judentum über das umstrittene Wehrpflichtgesetz für Haredim. Die Verschiebung erfolgte auf Druck der Haredi-Parteien hinsichtlich des Gesetzesentwurfs.
Netanjahu verfügt seit Juli über keine stabile Koalitionsmehrheit mehr, nachdem die Verhandlungen über das Wehrpflichtgesetz für Haredim gescheitert waren und die Haredi-Parteien die Regierung verlassen hatten.
Beide Haredi-Parteien drohten, ihre Unterstützung für den Staatshaushalt zu verweigern, falls keine Einigung über das Wehrpflichtgesetz erzielt würde. Sie drohten außerdem, gegen den Staatshaushalt zu stimmen, sollte der Gesetzesentwurf nicht zuvor verabschiedet werden.
Die erste Lesung des Staatshaushalts ist Teil eines entscheidenden Prozesses, der zu vorgezogenen Neuwahlen im Land führen könnte. Wird der Staatshaushalt bis Ende März, dem Ende des Haushaltsjahres, nicht in allen drei Lesungen verabschiedet, löst sich die Knesset automatisch auf und es werden Neuwahlen ausgerufen.
Das Gesetz sieht vor, dass zwischen der Verabschiedung des Staatshaushalts in erster Lesung und der anschließenden zweiten und dritten Lesung mindestens 60 Tage vergehen müssen.
Das bedeutet, dass der Gesetzentwurf diese Woche die erste Lesung passieren muss, um die Frist im März einzuhalten.“
https://www.jpost.com/israel-news/politics-and-diplomacy/article-884565
„Mit neuen Akteuren und alten Allianzen nimmt Israels politische Landkarte nach dem 7. Oktober Gestalt an.
Während sich Israel zunehmend auf den Wahlkampf vorbereitet, ereigneten sich diese Woche zwei bedeutende politische Entwicklungen – eine, die lautstark die Titelseiten beherrschte, die andere weitgehend unbemerkt.
Die erste war der Bericht, der sich später bestätigte, dass Gadi Eisenkot … mit dem Vorsitzenden von Yesh Atid, Yair Lapid, und dem ehemaligen Premierminister Naftali Bennett über eine gemeinsame Kandidatur auf einer gemeinsamen Liste verhandelt.
Die übergeordnete Idee ist die Bildung einer breiten Partei – Eisenkot in der Mitte, Bennett im gemäßigten rechten Flügel und Lapid im gemäßigten linken Flügel –, die den Likud als stärkste Partei des Landes ablösen und dann gemeinsam mit Avigdor Liebermans Yisrael Beytenu im rechten Flügel und Yair Golans Demokraten im linken Flügel eine Regierungskoalition bilden könnte.
Politische Prognosen sind ein riskantes Unterfangen. Doch eines ist klar: Es handelt sich hier um einen weiteren Versuch, die politischen Verhältnisse neu zu ordnen – den Salon einladender zu gestalten, in der Hoffnung, mehr Gäste anzulocken. Es geht dabei nicht um die Anschaffung eines neuen, bequemeren Sofas – etwas, das ganz neue Gäste anziehen könnte, die des aktuellen Zustands überdrüssig geworden sind…
Während diese erste politische Entwicklung der Woche reine Machtkalkulation war, ging es bei der zweiten um etwas weitaus Selteneres: das Auftreten neuer politischer Akteure. Dies zeigte sich u.a. in einem Interview von Kanal 12 mit Yonatan Shamriz, der seinen Einstieg in die Politik ankündigte, sich aber noch nicht entschieden hatte, ob er in einer bestehenden Partei oder mit einer selbst zu gründenden Partei antreten würde.
Shamriz ist ein Überlebender des Anschlags vom 7. Oktober. Er und seine schwangere Frau suchten mit ihrer zweijährigen Tochter in ihrem Schutzraum im Kibbuz Kfar Aza Zuflucht, als Terroristen durch die Gemeinde wüteten, 63 Menschen ermordeten und 19 als Geiseln nahmen, darunter seinen jüngeren Bruder Alon.
Er gründete die nationale Basisbewegung Kumu, die 2024 und 2025 in Tel Aviv zivile Gedenkveranstaltungen zum 7. Oktober organisierte – als Alternative zu den staatlich organisierten Veranstaltungen. Eine Migdam-Umfrage von Mano Geva im November 2025 ergab, dass eine unabhängige Partei unter der Führung von Shamriz die Wahlhürde problemlos überwinden und sechs Sitze gewinnen könnte. Shamriz ist nicht allein. Immer mehr Persönlichkeiten, die sich mit dem Trauma des 7. Oktober identifizieren, erkunden politische Wege – entweder innerhalb bestehender Strukturen oder durch die Schaffung neuer Strukturen oder Gründung neuer Parteien.”
https://www.jpost.com/israel-news/politics-and-diplomacy/article-884273
Wir können beten
Wie die Entwicklung in Gaza weiter gehen soll, ist politisch sehr umstritten. Auf Druck der USA soll ein Gaza-Übergang für Personenverkehr geöffnet werden; einige Minister im Kabinett sind damit nicht einverstanden. Zudem weigert sich die Hamas nach wie vor ihre Waffen abzugeben, und es kommt auch immer wieder zu Schusswechseln zwischen der IDF und Terroristen. Eine erfreuliche Nachricht vom Montag:
„Die israelischen Streitkräfte haben die sterblichen Überreste der letzten, am 7. Oktober entführten Geisels, Ran Gvili, im nördlichen Gazastreifen gefunden.
Gvilis Identität wurde vom Nationalen Institut für Forensik, Rabbinern, der Polizei und den IDF bestätigt.
Nach der Bestätigung wurde umgehend die Familie Gvili benachrichtigt.
Gvili wurde am 7. Oktober ermordet, und sein Leichnam wurde anschließend nach Gaza gebracht. Seine Rückkehr markiert das Ende der Befreiungsaktion aller lebenden und toten Geiseln, die die Hamas am 7. Oktober genommen hatte.“
https://www.jpost.com/israel-news/article-884594
Wir können beten
Bitte nutzt doch das Mail von letzter Woche zur Grundlage eurer Gebete.
Möge der Herr uns helfen, in unseren Tagen als Beter mit Ausdauer festzustehen!
Heinz-Jürgen Heuhsen