Die folgenden Ausführungen entstanden in Anlehnung an Hinweise zum Gebet von Ofer Amitai, Pastor einer messianischen Gemeinde in Jerusalem.
Gebet unter der Leitung des Wortes Gottes
Aus dem Wort Gottes erfahren wir nicht nur was Gebet ist, sondern auch, was es beinhalten soll.
Die einfachste und umfassendste Erklärung zum Gebet besagt, das wir dabei um die Erfüllung des Willens Gottes auf Erden bitten, so wie dieser auch im Himmel geschieht.
Woher wissen wir, was der Wille Gottes ist? -
Der Wille Gottes kommt in Seinem Wort, der Bibel, zum Ausdruck.
Wenn es um Gebet für Israel geht, finden wir eine große Anzahl von Schriftstellen, die den Willen Gottes dafür sehr detailliert beschreiben. Gott hat sich sehr viel Mühe gemacht aufzuzeichnen, was Er tun wird.
Dann jedoch wird der Beter auch mit der sichtbaren Realität konfrontiert, dass es in Israel nur wenige Anzeichen dafür gibt, dass es sich geistlich in Richtung der Erfüllung dieser Verheißungen bewegt.
Der Beter ist deshalb geneigt sich zu fragen, ob er richtig betet. Er kommt leicht dazu, an der Wirksamkeit des Gebets zu zweifeln oder sich zu fragen, ob Gott auch wirklich tun kann, was er versprochen hat.
Wir sind nicht die ersten, die in ihrem Beten vor einer solchen Herausforderung stehen!
Nachdem Jeremia das Volk jahrelang zur Umkehr und zur Hinwendung zu Gott aufgerufen hatte und die Babylonier vor den Toren Jerusalems standen, konnte er kaum glauben, was Gott ihm über die herrliche zukünftige Wiederherstellung Israels sagte, die Er herbeiführen werde.
„Herr, wie kann das geschehen?“, fragte er.
Die kurze Antwort des Herrn lautete: „Ist irgendetwas zu schwer für Mich?“ (Jer 32,27)
Was für uns schwierig zu beten ist, ist für den Herrn nicht schwer zu tun! Und was Gott gesagt hat, dass Er es tun würde, KANN und WILL Er auch tun!
Wenn wir den HERRN nur ein wenig ‚sehen‘ könnten, dann würden alle Zweifel und Entmutigungen verschwinden.
Spurgeon ‚sah‘ den Herrn in dieser Weise, als er Psalm 29 las. In seinem Kommentar zu Vers 5 sagt er:
"Edle Bäume werden von Seinem Blitz gefällt oder stehen als Monumente Seiner Macht verwüstet da. Der Libanon selbst ist nicht sicher, so hoch er auch steht und so alt seine ehrwürdigen Wälder sind: Ja, der Herr zerbricht die Zedern des Libanon. Die größten und ehrwürdigsten Bäume oder Menschen können nicht mit Standfestigkeit rechnen, wenn der Herr in seinem Zorn unterwegs ist. Das Evangelium Jesu hat eine ähnliche Macht über die unzugänglichsten Sterblichen; und wenn der Herr das Wort sendet, bricht es Herzen, die weitaus härter sind als die Zedern."
Deshalb fahren wir fort, mit den Verheißungen des Wortes Gottes zu beten, unabhängig davon, wie wir uns beim Beten fühlen. Es kommt nicht darauf an, wie wir uns fühlen, sondern was Gott gesagt hat!
Lasst uns nicht müde werden, das Wort des HERRN zu beten. Er liebt Sein Wort; er wacht über Seinem Wort, um es auszuführen. Er liebt es, Glauben in Seinem Volk zu finden. Er erhört unsere Gebete! Und eines Tages werden wir froh sein, dass wir an Seinem Wort festgehalten haben. Glaubst du nicht, dass Hanna nach all den vielen Jahren, in denen sie im Tempel gebetet hatte, froh war als sie schließlich das Baby sah?
Lasst uns nun folgende Verheißungen des Wortes zur Grundlage unserer Gebete machen:
„Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und sie werden bitterlich über ihn weinen, wie man bitterlich weint über einen Erstgeborenen.“ (Sach 12,10)
„An jenem Tage wird dem Hause David und den Einwohnern von Jerusalem ein Born eröffnet sein wider Sünde und Unreinigkeit.“ (Sach 13,1)
Wir können beten
Lasst uns folgende Verheißungen des Wortes Gottes zur Grundlage unserer Gebete machen:
„…und ich will ihnen einerlei Herz und einerlei Wandel geben, dass sie mich allezeit fürchten, ihnen selbst zum Besten und ihren Kindern nach ihnen. Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, dass ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun. Und ich will meine Furcht in ihr Herz geben, dass sie nicht mehr von mir weichen sollen.“ (Jer 32,39-40)
Wir können beten
Wir haben schon über längere Zeit für eine gerechte und rechtmäßige Lösung bezüglich der Anklagen gegen Premierminister Benjamin Netanyahu gebetet.
Da jetzt aus verfahrenstechnischen Gründen ansteht, dass die meisten Wochentage für Gerichtsverhandlungen reserviert werden müssten, so Netanjahu, „belaste dies den Premierminister zunehmend“.
Am Sonntag hat Netanyahu nun eine überraschende Lösungsinitiative gestartet:
ein Begnadigungsgesuch.
„Netanjahu begründet sein Begnadigungsgesuch mit Krieg, öffentlichem Dienst und nationaler Versöhnung
In einem Brief an Präsident Isaac Herzog, den Premierminister Benjamin Netanjahu am vergangenen Donnerstag verfasste und am Sonntag einreichte, taucht das Wort 'Begnadigung' nicht explizit auf. Dem Schreiben war jedoch ein 14-seitiges Gnadengesuch beigefügt, in dem er die Gründe für sein Anliegen darlegte und erläuterte, warum er vom Präsidenten eine Begnadigung für angebracht hält.
Netanjahu argumentierte, dass 'persönliche Umstände' – insbesondere der geplante Ruhestand von Richterin Rivka Friedman-Feldman im Jahr 2028, die dem Gremium vorsitzt, das seinen Prozess leitet – zu einem 'beispiellosen Tempo' des Verfahrens geführt hätten, da die meisten Wochentage nun für Gerichtsverhandlungen reserviert seien. Dies, so Netanjahu, 'belaste den Premierminister zunehmend'.
In dem Gesuch heißt es weiter, diese Belastung komme 'zu einem Zeitpunkt, an dem der Premierminister seine gesamte Zeit und Energie den historischen Entwicklungen im Nahen Osten und weltweit widmen muss'. Es wird angegeben, dass 'die Verlängerung der Verhandlungstage aufgrund externer Zwänge unvermeidbar war und das Strafrechtssystem keine Mittel zur Behebung dieses Problems bietet.'
Ein weiteres Argument ist Netanjahus lebenslanger Dienst im öffentlichen Dienst. In dem Antrag wird er als 'Beamter, der sein Leben dem Staat Israel und seinen Bürgern gewidmet hat' beschrieben. Weiter heißt es: 'Sein gesamtes Erwachsenenleben hat er im öffentlichen Dienst verbracht. Dieses Engagement ist seine Lebensaufgabe.'
Es wird ausgeführt, dass 'Netanjahus Beitrag für das Land und die Gesellschaft immens und unbestritten ist'. Als Beispiele werden sein Militärdienst in der Eliteeinheit Sayeret Matkal und der Tod seines Bruders Joni Netanjahu bei der Entebbe-Rettungsaktion 1976 angeführt.
Dem Antrag zufolge leitete Netanjahu 'eine globale Kampagne, um den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern.' Es wird geltend gemacht, dass er Israel während des zwölftägigen Krieges gegen den Iran im Juni in einem 'historischen Krieg' gegen die iranische Atom- und Raketeninfrastruktur anführte. Unter seiner Führung, so heißt es weiter, 'führte Israel einen schweren Schlag gegen die Hisbollah aus und erlebte den Zusammenbruch des Assad-Regimes in Syrien.' Gleichzeitig habe der Premierminister 'die Kampagne zur Zerschlagung der Hamas-Herrschaft und zur Rückführung israelischer Geiseln angeführt.' In den vergangenen zwei Jahren, so der Antrag, habe die Kampagne im Gazastreifen zur Rückkehr Hunderter Geiseln geführt, und Netanjahu 'handelte und handelt weiterhin mit derselben Entschlossenheit, um die sterblichen Überreste der gefallenen Geiseln für eine würdevolle Bestattung nach Hause zu bringen.'
Netanjahu schrieb außerdem: 'Israel arbeitet derzeit gemeinsam mit den Vereinigten Staaten an einem internationalen Abkommen, das darauf abzielt, den Krieg im Gazastreifen zu beenden, die militärischen Kapazitäten der Hamas zu zerschlagen und den Gazastreifen zu entmilitarisieren, was letztendlich regionale Friedensabkommen erweitern könnte.'
Er sagte, die sich abzeichnenden Übereinkünfte zwischen den Vereinigten Staaten, Israel, arabischen Staaten und anderen Ländern 'erfordern umfangreiche Vorbereitungen, intensive diplomatische und sicherheitspolitische Bemühungen sowie ständige Aufmerksamkeit'. In diesem Zusammenhang argumentierte er, 'besteht ein zwingendes öffentliches Interesse daran, dass der Premierminister seine volle Zeit und Energie diesen wichtigen Aufgaben widmen kann'…
‚Die Beendigung des Prozesses würde den schweren sozialen und öffentlichen Schaden mindern, die nationale Polarisierung verringern, einen aufrichtigen Dialog zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten fördern und es dem Premierminister selbst ermöglichen, Schritte in Richtung Versöhnung und Heilung einzuleiten. Allgemeiner betrachtet würde sie die Ruhe fördern, nach der sich die israelische Öffentlichkeit so sehr sehnt.‘
Abschließend heißt es in dem Antrag, dass ‚all dies den Premierminister zu dem Schluss geführt hat, dass das Wohl des Staates Israel und seiner Bürger die Einstellung des Strafverfahrens gegen ihn erfordert‘. Weiter heißt es, Netanjahu glaube zwar ‚nach wie vor, dass sein persönliches Interesse darin liege, das Verfahren zu Ende zu bringen, im sicheren Glauben an einen vollständigen Freispruch‘, sei aber dennoch ‚bereit – auch in diesem Fall –, das öffentliche Interesse über sein eigenes zu stellen‘.“ (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung EdP)
https://www.ynetnews.com/article/syjjn2f11wx
Das israelische Nachrichtenmagazin ynet berichtet von einem vergleichbaren Fall, der positiv beschieden wurde:
„Eine mit den jüngsten Gesprächen in Herzog‘s engstem Umfeld vertraute Quelle deutete an, der Präsident neige dazu, eine Begnadigung zu unterstützen, da er darin einen Schritt zur Entschärfung der zunehmenden sozialen Unruhen in Israel sehe.
Der Präzedenzfall um den 'Bus 300' bietet Raum für eine kreative Lösung: Mitte der 1980er-Jahre begnadigte Präsident Chaim Herzog – Vater des jetzigen Präsidenten – hochrangige Shin-Bet-Beamte, die gefangene palästinensische Terroristen getötet hatten.“
https://www.ynetnews.com/article/rygscaf11zl
Wir können beten
Bitte nutzt doch für euer Gebet für Deutschland das Wachen und Beten Dezember 2025/Januar 2026.
Möge der Herr uns allen helfen, in diesen Tagen als Beter mutig und mit Ausdauer festzustehen!
Heinz-Jürgen Heuhsen