„Bleibe nicht stille, o Gott, schweige nicht und halte nicht inne! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk, verabreden sich wider deine Schutzbefohlenen. Sie sprechen: 'Kommt, wir wollen sie vertilgen, dass sie kein Volk mehr seien, dass des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!' Ja, sie fassen einen einmütigen Beschluss, sie schließen einen Bund wider dich … Mache ihr Angesicht voll Schande, dass sie deinen Namen suchen, o HERR“ (Ps 83,2-5.17).
Juli und August waren zwei Monate, in denen viele Nationen – auch leider unter starker Beteiligung unseres Landes – die Feindschaft gegen Israel in internationalen Gremien weiter vorangetrieben haben. In den kommenden Wochen stehen weitere Entscheidungen an.
In einem „Gatestone“-Artikel vom 26. August mit dem Titel „Appeasement: Die europäische Krankheit“, lautet die eine Aussage, dass die Europäischen Mächte – voran Deutschland, Frankreich und Großbritannien – durch Beschwichtigung versuchen, eine Wiederaufnahme der Sanktionen gegen den Iran zu umgehen.
„In der vergangenen Woche gab US-Aussenminister Mike Pompeo in New York den Startschuss für die Rücknahmebestimmungen (Snapback), mit denen die Unterstützung der UNO für den JCPOA (Anm. d. Herausg.: Atomdeal mit dem Iran) in der Resolution 2231 des Sicherheitsrates untermauert wurde. Er tat dies, weil der Rat die Verlängerung des UN-Waffenembargos gegen den Iran ablehnte … Snapback ist nach den Bestimmungen der Resolution 2231 gerechtfertigt, weil Iran seine von der Internationalen Atomenergie-Organisation bescheinigten JCPOA-Verpflichtungen verletzt hat … Wenn die US-Snapback-Sanktionen erfolgreich sind, kann dies das Ende des Terrorregimes in Teheran nur beschleunigen … Viele anständige Menschen im Iran wünschen sich nichts sehnlicher als ein schnelles Ende der repressiven Ayatollahs, die sie zu Parias gemacht und in die Armut getrieben haben.“
https://de.gatestoneinstitute.org/16420/appeasement-europaeische-krankheit
(Erklärung zu dem Begriff Snapback: Snapback (Sanktionen), ein rechtlicher Mechanismus zur Wiederherstellung der zuvor bei den Vereinten Nationen vereinbarten Strafen, wenn ein Vertrag nicht eingehalten wird.)
Warum hält Deutschland – zusammen mit anderen EU Nationen – verbissen an dem vom Iran mehrfach gebrochenen Atomabkommen fest und stellt sich damit auf die Seite des Iran, der pausenlos die Vernichtung Israels androht?
Aber nicht nur das, es gibt einen zweiten kritischen Punkt: Deutschland unterstützt auch die Aufhebung des Waffenembargos gegen den Iran, das am 18. Oktober ausläuft. In einer Abstimmung im Sicherheitsrat am 14. August hat nur die Dominikanische Republik gemeinsam mit den USA für eine Verlängerung des Waffenembargos gestimmt.
Sollte das Embargo nicht verlängert werden, kann der Iran wieder Zugang zum internationalen konventionellen Waffenmarkt erhalten, einschließlich:
„Kampfpanzer, gepanzerten Kampffahrzeuge, großkalibrige Artilleriesysteme, Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber, Kriegsschiffe, Raketen oder Raketensystem, wie es in UN-Resolution 2231 von 2015 heißt. Gleichzeitig soll es Teheran gestattet werden, Waffensysteme dieser Art ohne Einschränkung an Vasallen oder verbündete Regierungen weiterzugeben."
Damit wäre es möglich, dass der Iran ab Mitte Oktober seine Terrorgruppen (z.B. Hisbollah, Hamas) massiv aufrüstet, was zu einer noch ernsthafteren Bedrohung Israels führen würde. Für unsere Gebet ist es wichtig, wenn wir wissen, dass das Abstimmungsverhalten des deutschen Botschafters in der UN direkt von Berlin vorgeschrieben wird! (Quelle: factum 5/20 September/Oktober)
Wir können beten
Am 14. Juli wurde zwischen der EU und der Palästinensischen Autonomiebehörde ein Vertrag unterzeichnet, der für Bauprojekte in der von Israel kontrollierten Zone C des Westjordanlandes der PA 15,2 Millionen € zur Verfügung stellt. Der deutsche Vertreter der EU, Sven Kühn von Burgsdorff, sagte dazu:
„‘Die Europäische Union betrachtet die Zone C als Bestandteil des palästinensischen Gebiets.‘ Die EU erkenne eine israelische Souveränität in den besetzten Gebieten nicht an. Die dänische Vertreterin Nathalia Feinberg sagte, die EU und ihre Mitgliedsländer unterstützten mit derartigen Projekten eine Zwei-Staaten-Lösung. … Die israelische Organisation Regavim kritisierte die Bauprojekte als 'illegalen Landraub, der es auf strategische Gebiete in Judäa und Samaria abgesehen hat'. Internationales Recht wie auch die Oslo-Verträge, die die EU mitunterzeichnet hat, erforderten eine Genehmigung israelischer Behörden.“
Hier liegt ein klarer Rechtsbruch durch die EU vor, ausgesprochen und umgesetzt durch einen deutschen Repräsentanten bei der EU. In demselben Geist sind auch die Aussagen, die auf der Internetseite des Auswärtiges Amt der BRD zu finden sind:
„Eine Vereinbarung über die künftigen Grenzen soll auf den Grenzen vom 4. Juni 1967 basieren; dabei können sich die Konfliktparteien auf einen gleichwertigen Landtausch einigen. Die Europäische Union wird nur solche Änderungen der Grenzen vom 4. Juni 1967 anerkennen, die von den Konfliktparteien vereinbart worden sind. Für Jerusalem soll eine Lösung als zukünftige Hauptstadt von zwei Staaten gefunden werden, die den Ansprüchen beider Seiten gerecht wird.“
https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/regionaleschwerpunkte/nahermittlererosten/-/203626
Das zeigt uns: Deutschland – das Jahrzehnte unter der Teilung seiner Hauptstadt und seines Landes gelitten hat – möchte nach wie vor, dass Jerusalem, die Hauptstadt Israels, wieder geteilt wird.
Darüber hinaus bezeichnet Deutschland, entgegen bestehender internationaler Abkommen, die vorläufige Waffenstillstandslinie von 1967 als „Grenze“ und unterstützt auch hier – nach allen leidvollen Erfahrungen, die Israel in den vergangen Jahren durch Terrorakte der Palästinenser und deren ständige Hetze gegen die Juden im Land gemacht hat – eine Teilung des Landes Israel und die Schaffung einer weiteren Terrorbasis gegen das jüdische Volk.
Wir können beten
Wer in den letzten Wochen die Nachrichten in unserem Land verfolgt hat, kann den Eindruck gewinnen: Unklarheit, Verwirrung, Unsicherheit - und als Ergebnis davon Zorn und Intoleranz gegenüber jedem, der eine andere Meinung vertritt als die eigene - prägen zunehmend das Leben in unserem Land. Wie kann unsere Position als Jünger Jesu da aussehen? Vielleicht kann uns der folgende Bericht aus dem Wirken Jesu eine Antwort geben (nach einem „Touches“ von Ofer Amitai)
„Als sie nach Betsaida kamen, brachten die Leute einen Blinden und baten Jesus, den Mann zu berühren. Jesus nahm ihn bei der Hand und führte ihn aus dem Ort hinaus. Er spuckte ihm in die Augen, legte ihm die Hände auf und fragte: »Kannst du etwas erkennen?« Der Blinde blickte auf und sagte: »Ja, ich sehe die Menschen; sie sehen aus wie wandelnde Bäume.« Noch einmal legte ihm Jesus die Hände auf die Augen. Danach blickte der Mann wieder auf – und war geheilt. Er konnte jetzt alles ganz deutlich erkennen. Jesus befahl ihm: »Geh nicht erst nach Betsaida hinein, sondern geh gleich nach Hause!“ (Mark 8,22-25)
Der Blinde, der Mann, der nichts sehen konnte, lebte in Betsaida, in einem Dorf, dass so voller Unglauben war und Jesus ablehnte, dass Jesus deshalb die Zerstörung dieses Ortes voraussagte.
Als erstes führte Jesus den Mann, der nichts sehen konnte, aus dieser Atmosphäre des Unglaubens heraus.
Als sie diese Atmosphäre verlassen hatten, begann Jesus den Heilungsprozess.
Im ersten Schritt konnte der Mann wieder etwas sehen. Aber er war ehrlich und sagte: ich sehe noch nicht wirklich klar.
Dann wirkte Jesus weiter an ihm – und jetzt war das Ergebnis: „Er konnte jetzt alles ganz deutlich erkennen.“
Welche Schlussfolgerung können wir daraus ziehen?
Wenn wir in einer Umgebung von Verwirrung und Unglauben sind und darin bleiben – können wir das wirklich Entscheidende nicht erkennen: das Handeln und das Ziel Gottes. Wir tappen unsicher und blind für die Wahrheit Gottes durch unser Leben. Deshalb ist es für uns als Jünger Jesu zunehmend wichtig, dass wir uns nicht mehr mit den verwirrenden und bedrückenden Nachrichten aus Zeitung, Fernsehen, sozialen Medien befassen als mit Ihm und Seinem Wort.
Wenn wir uns in die Nähe Jesu begeben, uns von Ihm an die Hand nehmen lassen und Ihn bitten, dass Er uns die Augen öffnet, kommen wir aus der Verwirrung und Unsicherheit heraus. Dann können wir wieder klare Schritte gehen und in dieser Zeit für andere eine Hilfe, Ermutigung und ein Segen sein.
Wir können beten
Heinz-Jürgen Heuhsen
1. September 2020