Liebe Mitbeter,
die Bundestagswahl, für die wir intensiv gebetet haben, ist vorüber. Die noch amtierende Regierung, die so viele Gesetze verabschiedet hat, die direkt dem Willen Gottes für eine Regierung widersprechen, bleibt im Amt, bis die neue Regierung vereidigt wird.
Wir haben erlebt, dass die Fundamente, die jeder Nation Stabilität verleihen, zunehmend eingerissen wurden. In Psalm 11 heißt es:
Ps 11,3.5:
„Wenn die Grundfesten eingerissen werden, was kann da der Gerechte tun? Der HERR prüft den Gerechten und den Gottlosen; wer Unrecht liebt, den hasst seine Seele.“
Wie geht es weiter?
Barrett schreibt in seinem Kommentar zu Psalm 11:
„Es ist gut, wenn wir uns daran erinnern, dass unsere Fundamente nicht auf etwas beruhen, das der Mensch zerstören kann, sondern auf Gottes Charakter und SEINEM Wort. Lasst uns darum beten, Kraft in Jesus zu finden und fest zu bleiben in Zeiten, wo die Fundamente angetastet oder zerstört werden.“ (M.Barrett, Study Bible, Grand Rapids 2014, S.770).
Deshalb –
lasst uns nach diesem Wahlausgang intensiv weiter beten!
Im Korintherbrief heißt es, dass das AT als Vorbild oder Beispiel für uns geschrieben wurde, damit wir daraus lernen (1 Kor 10,6).
Ein ermutigendes Beispiel ist für mich das Verhältnis zwischen Daniel und König Nebukadnezar.
Daniel konnte als Ratgeber Nebukadnezars den König vor den Konsequenzen seines gottlosen Verhaltens warnen.
Dan 4,24:
„Lass dir deshalb raten, mein König: Kehre dich ab vom Unrecht und halte dich an das Recht.“
Der König hörte nicht auf Daniel und wurde von Gott 7 Jahre aus dem Amt entfernt.
Mit Sicherheit können wir davon ausgehen, dass Daniel während dieser sieben Jahren für diesen gottlosen König gebetet hat.
Wir lesen, was nach 7 Jahren mit Nebukadnezar geschehen war:
Dan 4,31-34:
„Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück.
Da lobte ich den Höchsten und pries den, der ewig lebt, und verherrlichte ihn, dessen Herrschaft eine ewige ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt; gegen welchen alle, die auf Erden wohnen, wie nichts zu rechnen sind; er verfährt, wie er will, mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, und niemand ist, der seiner Hand wehren, noch zu ihm sagen dürfte: Was machst du?
Zu derselben Zeit, als mir mein Verstand wiederkam, kehrte mit der königlichen Ehre auch meine Würde und mein gutes Aussehen wieder; meine Räte und Großen suchten mich auf, und ich ward wieder über mein Königreich gesetzt und erhielt noch größere Macht. Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber stolz einhergeht, den kann er demütigen!“
Wir können beten
Aus der Perspektive des Wortes Gottes muss man feststellen, dass auf viele Entscheidungen des jetzt abgewählten Parlaments die Worte von König David zutreffen. Dieser sagt in Psalm 36,2-4:
„Es sinnen die Übertreter auf gottloses Treiben im Grund ihres Herzens. Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen… Alle ihre Worte sind falsch und erlogen, verständig und gut handeln sie nicht mehr.“
Gut eine Woche vor der Wahl hielt der neue amerikanischen Vizepräsident J.D. Vance in München auf der Sicherheitskonferenz eine viel beachtete und diskutierte Rede.
Wir hatten in unserem Gebetsmail vom 19. Februar bereits auf diese Rede Bezug genommen.
Henryk M. Broder hielt die Aussagen des US-Vizepräsidenten für Deutschland und Europa für sehr wichtig und kommentierte sie mit den Worten „Thank you, J.D., come back and do it again!“
Nach der Wahl und den jetzt anstehenden Verhandlungen über eine Regierungskoalition möchten wir einige Passagen aus dieser Rede zitieren.
„‘Wenn Sie vor Ihren eigenen Wählern Angst haben, gibt es nichts, was Amerika für Sie tun kann‘
(Diese insgesamt 8-seitige Rede des amerikanischen Vizepräsidenten J.D. Vance wurde am 14. Febr 2025 auf der Münchner Sicherheitskonferenz gehalten und nach dem gesprochenen Wort aus dem Englischen übersetzt. Hier einige Auszüge aus der Rede)
Eines der Dinge, über die ich heute sprechen will, sind natürlich unsere gemeinsamen Werte.
Es ist toll, wieder in Deutschland zu sein. Wie Sie bereits gehört haben, war ich letztes Jahr als Senator der Vereinigten Staaten hier. Ich habe Außenminister David Lammy (britischer Außenminister, Anm. d. Red.) getroffen und mit ihm darüber gescherzt, dass wir beide letztes Jahr noch andere Jobs hatten als jetzt. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass alle unsere Länder, dass wir alle, die wir das Glück hatten, von unseren jeweiligen Völkern politische Macht übertragen zu bekommen, diese weise einsetzen, um das Leben der Menschen zu verbessern…
Die Bedrohung, die mir in Bezug auf Europa am meisten Sorgen bereitet, ist nicht Russland, nicht China, nicht irgendein anderer externer Akteur. Was mir Sorgen bereitet, ist die Bedrohung von innen. Die Abkehr Europas von einigen seiner grundlegendsten Werte – von Werten, die es mit den Vereinigten Staaten von Amerika teilt…
Wir müssen mehr tun, als nur über demokratische Werte zu reden. Wir müssen sie leben...
Wenn ich mir Europa heute anschaue, ist leider manchmal nicht ganz klar, was aus manchen Gewinnern des Kalten Krieges geworden ist. Ich schaue nach Brüssel, wo Kommissare der EU die Bürger warnten, dass sie beabsichtigen, soziale Medien in Zeiten ziviler Unruhen zu schließen – in dem Moment, in dem sie etwas entdecken, was sie als 'Hassinhalt' beurteilen. Oder hier in diesem Land (Anm. EdP, also Deutschland), wo die Polizei Razzien gegen Bürger durchgeführt hat, die verdächtigt wurden, 'antifeministische Kommentare' gepostet zu haben – im Rahmen eines Aktionstags zur Bekämpfung von Frauenfeindlichkeit im Internet.
Ich blicke nach Schweden, wo die Regierung vor zwei Wochen einen christlichen Aktivisten verurteilte, weil er an Koranverbrennungen teilnahm, die zum Mord an seinem Freund führten…
Mit der vielleicht größten Sorge blicke ich auf unsere geschätzten Freunde im Vereinigten Königreich (England), wo die Abkehr von der Gewissensfreiheit die Grundfreiheiten insbesondere der religiösen Briten ins Fadenkreuz gerückt hat. Vor etwas mehr als zwei Jahren klagte die britische Regierung Adam Smith-Connor, einen 51-jährigen Physiotherapeuten und Veteranen der Armee, wegen des abscheulichen Verbrechens an, 50 Meter von einer Abtreibungsklinik entfernt gestanden und drei Minuten lang still gebetet zu haben, ohne jemanden zu behindern, ohne mit jemandem zu interagieren, einfach nur still und allein betend.
Als ihn britische Polizeibeamte entdeckten und wissen wollten, wofür er betete, antwortete Adam schlicht, dass er für den ungeborenen Sohn bete, den er und seine ehemalige Freundin Jahre zuvor abgetrieben hatten. Die Beamten zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt. Adam wurde für schuldig befunden, gegen das neue Pufferzonen-Gesetz der Regierung verstoßen zu haben, das stilles Gebet und andere Handlungen, die die Entscheidung einer Person beeinflussen könnten, innerhalb von 200 Metern um eine Abtreibungseinrichtung kriminalisiert. Er wurde dazu verurteilt, der Staatsanwaltschaft Tausende Pfund an Verfahrenskosten zu zahlen…
In Großbritannien und in ganz Europa ist die Redefreiheit, so fürchte ich, auf dem Rückzug...
Ich glaube wirklich, dass es unsere Bürger noch stärker macht, wenn wir ihnen erlauben, ihre Meinung zu sagen. Was uns zurück nach München bringt, wo die Organisatoren dieser Konferenz den Abgeordneten populistischer Parteien sowohl der Linken als auch der Rechten die Teilnahme an diesen Gesprächen untersagt haben. Auch hier gilt: Wir müssen nicht mit allem oder auch nur mit irgendetwas einverstanden sein, was die Leute sagen. Aber wenn politische Führer einen wichtigen Teil der Wählerschaft vertreten, ist es unsere Pflicht, zumindest in einen Dialog mit ihnen zu treten.
Für viele von uns auf der anderen Seite des Atlantiks sieht es immer mehr so aus, als ob sich hinter hässlichen Worten aus der Sowjetzeit wie 'Fehlinformation' und 'Desinformation' alte verwurzelte Interessen verstecken, denen es einfach nicht gefällt, dass jemand mit einem alternativen Standpunkt eine andere Meinung äußern oder, Gott bewahre, anders wählen oder, schlimmer noch, eine Wahl gewinnen könnte.
Nun ist das hier eine Sicherheitskonferenz…
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es keine Sicherheit gibt, wenn man Angst vor den Stimmen, den Meinungen und dem Bewusstsein hat, die Ihr eigenes Volk leiten.
Wenn Sie vor Ihren eigenen Wählern Angst haben, gibt es nichts, was Amerika für Sie tun kann. Und im Übrigen können Sie dann auch nichts für das amerikanische Volk tun, das mich und Präsident Trump gewählt hat. Sie brauchen demokratische Mandate, um in den kommenden Jahren etwas Wertvolles zu erreichen…
Es ist Aufgabe der Demokratie, diese großen Fragen an der Wahlurne zu klären.
Missachtung der Bürger
Ich glaube, dass die Missachtung der Bürger, die Missachtung ihrer Bedenken oder, noch schlimmer, die Abschaltung von Medien, die Absage von Wahlen oder der Ausschluss von Menschen aus dem politischen Prozess nichts schützt. Tatsächlich ist dies der todsichere Weg, die Demokratie zu zerstören. Sich zu äußern und seine Meinung zu sagen, ist keine Einmischung in Wahlen. Selbst wenn Menschen außerhalb ihres eigenen Landes ihre Meinung äußern, und selbst wenn diese Menschen sehr einflussreich sind. Glauben Sie mir, ich sage das mit Humor: Wenn die amerikanische Demokratie zehn Jahre lang Greta Thunbergs Geschimpfe überstehen kann, dann können Sie auch ein paar Monate Elon Musk überstehen.
Aber was keine Demokratie, weder die amerikanische, noch die deutsche oder europäische, überleben wird, ist, Millionen von Wählern zu sagen, dass ihre Gedanken und Sorgen, ihre Hoffnungen, ihre Bitten um Hilfe ungültig oder es nicht wert sind, überhaupt in Betracht gezogen zu werden.
Demokratie beruht auf dem heiligen Prinzip, dass die Stimme des Volkes zählt. Es gibt keinen Platz für Brandmauern. Entweder man hält sich an das Prinzip oder nicht…
An die Demokratie zu glauben bedeutet zu verstehen, dass jeder unserer Bürger über Weisheit und über eine Stimme verfügt. Und wenn wir uns weigern, auf diese Stimme zu hören, werden selbst unsere erfolgreichsten Kämpfe nur sehr wenig sichern... Wir sollten keine Angst vor unserem Volk haben, selbst wenn es Ansichten äußert, die nicht mit denen seiner Führung übereinstimmen. Ich danke Ihnen allen. Ich wünsche Ihnen allen viel Glück. Gott segne Sie.“ (Bearbeitung und Hervorhebungen EdP)
Wir denken, dass in dieser Rede eine klare Aufforderung an die Regierungen Europas und auch Deutschlands ausgesprochen wurde, zu den „grundlegendsten Werten Europas zurückzukehren“.
Die mit großer Deutlichkeit abgewählte Regierung hat viele an der Bibel orientierte christliche Werte abgelehnt und Gesetze vorbereitet und auch verabschiedet, die den Ordnungen der Bibel für das menschliche Zusammenleben widersprechen.
Tobias Riemenschneider hat einige benannt, die wir in unserem Gebetsmail vom 13. Februar zitiert haben:
Oder auch
Die krachende Abwahl dieser Regierungsparteien ist ein Signal der Hoffnung; d.h. viele Menschen im Land unterstützen diese Richtung nicht.
Wie groß die Gefahr ist, dass auch eine neue Regierung unter Friedrich Merz mit Täuschung, Lüge und Betrug regiert, zeigt der folgende Artikel.
"Wer jetzt noch hektisch die Schuldenregeln aufweicht, missachtet den Willen des Volkes
Niemand kann sagen, dass er am Montagmorgen völlig davon überrascht wurde, dass Deutschland vor großen Herausforderungen steht und in den kommenden Jahren viel Geld für Rüstung und Infrastruktur ausgeben muss.
All das wurde im Wahlkampf ausführlich diskutiert. Das Ergebnis war scheinbar klar: Es gab im alten Bundestag keine Zwei-Drittel-Mehrheit für eine Veränderung der Schuldenregeln oder neue Sondervermögen, um zusätzliche finanzielle Spielräume für die notwendigen Investitionen zu schaffen.
Doch am Morgen nach der Wahl soll plötzlich alles anders sein: Weder der designierte Kanzler Friedrich Merz (CDU), noch sein Vorgänger Olaf Scholz (SPD) und schon gar nicht Noch-Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wollen eine hektische Änderung der Schuldenbremse oder zusätzliche Sonderschulden mit den alten Mehrheiten im Bundestag ausschließen.
Rechtlich mag das in den kommenden vier Wochen möglich sein, solange sich das neue Parlament noch nicht konstituiert hat. Aber es wäre eine unverhohlene Missachtung einer demokratischen Entscheidung.
Seit dem 23. Februar gibt es in Deutschland andere, amtlich festgestellte, Mehrheiten. Das Volk hat seinen Willen klar zum Ausdruck gebracht. Das muss niemandem gefallen.
Dass rechte und linke Extremisten im nächsten Bundestag mehr als ein Drittel der Sitze und damit eine Sperrminorität gegen Verfassungsänderungen haben, ist eine bittere Niederlage der demokratischen Parteien in der Mitte. Aber diese Niederlage gilt es zu akzeptieren, das ist das Wesen der Demokratie.
Das böse Erwachen kommt verdächtig schnell
Die Union hat sich schlicht verzockt. Mit SPD und Grünen wäre eine Reform der Schuldenbremse spätestens seit dem Ampelbruch vor drei Monaten möglich gewesen. Doch Merz wollte seinen Wahlkampf nicht damit belasten und behauptete stattdessen, dass sich die finanziellen Probleme bei der Bewältigung der multiplen Krisen von der maroden Infrastruktur bis zum Ukrainekrieg auch durch Einsparungen im Sozialen und zusätzliches Wirtschaftswachstum bewältigen lassen würden.
Der Kanzler in spe ging damit bewusst das Risiko ein, nach der Wahl vor dem gleichen Problem zu stehen wie die Ampel, wenn die radikalen Parteien zu viele Stimmen bekommen sollten.
Nun kommt das böse Erwachen – und es kommt verdächtig schnell. Wenige Stunden nachdem die letzten Stimmen ausgezählt sind, wird bereits in Berlin über die Last-Minute-Änderung diskutiert.
Hat Merz darauf spekuliert, dass man notfalls immer noch die letzten vier Wochen nutzen kann, wenn es schiefgehen sollte? Es wäre eine geplante Verachtung des Wählerwillens. Natürlich: Der Bundestag muss auch in Übergangsphasen beschluss- und handlungsfähig sein, um im Notfall reagieren zu können. 1998 hat der alte Bundestag nach der Wahl noch über den Kosovo-Einsatz entschieden, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden.
Es wäre ein gefährlicher Präzedenzfall, wenn nun ohne akute Notlage mit alten Mehrheiten, die es in Wirklichkeit schon nicht mehr gibt, Beschlüsse gefasst würden. Wer sollte sonst in Zukunft verhindern, dass eine abgewählte Regierung ihre letzten Vorhaben noch in den Wochen nach der Wahl durchs Parlament drückt?...
Man hätte drei Monate Zeit gehabt, das Notwendige zu tun. Doch stattdessen hat Merz geglaubt, dass er seinen Wählern diese Notwendigkeit einfach nach dem Urnengang unterjubeln kann. Nun haben die Wähler Fakten geschaffen. Diese Entscheidung mit parlamentarischen Taschenspielertricks zu umgehen, wäre zutiefst undemokratisch.“ (Bearbeitung und Hervorhebung EdP)
Lasst uns um Gnade beten, dass eine positive Wende in der politischen Arbeit unseres Landes stattfindet.
Wir können beten
Heinz-Jürgen Heuhsen
26. Februar 2025